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Sternschnuppenschwarm: Perseiden 2006
10-08-06
[VdS,Sience@NASA] Jedes Jahr im August bietet der Sternschnuppenschwarm der „Perseiden“ ein zuverlässiges und mitunter spektakuläres Himmelsschauspiel. Für Deutschland erwarten wir das Maximum, das bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde bringen kann, in der Nacht vom 12. auf den 13. August gegen 2 Uhr MESZ. Einziges Problem: der Mond. Wenige Tage nach Vollmond ist er noch relativ hell und steht im Sternbild Fische, nur 60° vom Zentrum des Stroms, dem Radianten (s.u.), entfernt. In der Nacht des Maximums geht er um 22 Uhr MEZ auf, so dass in der zweiten Nachthälfte nur die hellsten Meteore (Feuerkugeln) gut sichtbar sein werden.
Es lohnt sich aber in jedem Fall – sofern es das Wetter erlaubt – nach Perseiden Ausschau zu halten. Die Anzahl der Meteore nimmt nach dem Maximum zwar deutlich ab, trotzdem ist auch in den folgenden Nächten noch mit einzelnen Sternschnuppen zu rechnen, zumal der Mond sich mehr und mehr vom Himmel zurückzieht. Zur Beobachtung ist das bloße Auge ideal, denn Schauplatz ist der gesamte Himmel. Im Feldstecher wird dagegen (in einer bestimmten Position) nur per Zufall ein Meteor sichtbar sein. Suchen Sie einen Ort ohne störende Lichtquellen und mit einer guten Rundumsicht bis zum Horizont auf. Wer einige Stunden ausharren will, sollte sich eine bequeme Sitzgelegenheit beschaffen und natürlich warm genug anziehen. Ideal ist ein Liegestuhl, den man am besten nach Osten ausrichtet. Bei genauerem Hinsehen wird man nämlich bemerken, dass es einen scheinbaren Ausstrahlungspunkt, den Radianten, gibt. Dieser befindet sich um Mitternacht ca. 45° über dem östlichen Horizont im Sternbild Perseus – daher der Name „Perseiden“. Die Erde fliegt zu diesem Zeitpunkt in „Richtung Perseus“. Dabei durchquert sie eine Wolke kleiner Teilchen, die – wie bei einer Autofahrt durch ein Schneetreiben – scheinbar auf uns zu rasen.
Für diese Wolke ist der Komet „Swift-Tuttle“ verantwortlich, dessen Bahn wir regelmäßig kreuzen. Er hat bei seinen Umläufen um die Sonne große Mengen Staub hinterlassen, den unsere Erde nun im Jahresrhythmus aufsammelt. Dieser kosmische Abfall ist aber für die Liebhaber von Sternschnuppen eine höchst erfreuliche Sache. Durch die hohe Geschwindigkeit verglühen die Teilchen in unserer Atmosphäre (in Höhen bis ca. 100 km). Sind größere Objekte mit Durchmessern von einigen Zentimetern dabei, können Feuerkugeln entstehen, die einen langen, farbig nachglühenden Schweif hinterlassen. Im Volksmund heißen die Perseiden auch „Laurentius-Tränen“ nach dem Märtyrer Laurentius (gest. 258 n. Chr.). Die Beobachtung lohnt also und man sollte sich für die kommenden Nächte schon einmal einen Vorrat an Wünschen zurechtlegen.
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